Wider dem Vorurteil: Der GdL-Streik ist gerechtfertigt feedly


—-
Wider dem Vorurteil: Der GdL-Streik ist gerechtfertigt
// RT Deutsch

Vom heutigen Mittwoch an sollen die Regional- und Fernzüge der Deutschen Bahn auf Betreiben der GdL stehen bleiben. Das ist sicherlich ärgerlich für Pendler und Urlausreisende. Doch statt auf die Lokführer und den GdL-Chef Weselskys zu schimpfen, sollte man sich fragen, wieso Lokführer in der Bundesrepublik so schlecht bezahlt werden. Menschen, in deren Händen täglich das Leben von Tausenden ruht.

Ein Lokführer mit mehr als 25 Jahren Berufserfahrung erhält laut Tarifvertrag 3010,00 Euro Brutto. Das ergibt Netto zwischen 2.200 und 1.950 Euro für einen jahrzehntelangen Knochenjob mit Schicht- und Wochenenddienst.

Und was machen die deutsche Politik und die deutschen Medien? Statt die GdL in ihren gerechtfertigten Lohnforderungen zu unterstützen, überbieten sie sich gegenseitig mit Schmähungen gegen die GdL und ihren Chef Claus Weselskys.

So titelte die FAZ über den GdL-Chef, inspiriert von einem wohlbekannten Spiegel-Cover: „Stoppt diesen Mann!“ Der Spiegel fragt wer Weselsky „bändigen“ soll und die Süddeutsche twittert:

„Männer mit Macht und Schnurrbart waren schon immer scheiße“ die Twitterschau zum #GDL#Streik http://t.co/zQq1wOn5QZ

— Süddeutsche Zeitung (@SZ) November 4, 2014

Ausgerechnet die Zeitungen also, die in einer bisher einzigartigen Sonderregelung einen “Rabatt” zum sowieso unzureichenden gesetzlichen Mindestlohn mit der Bundesregierung ausgehandelt hatten. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zufolge, bekommen Zeitungen dadurch etwa 60 Prozent ihrer Mehrkosten erstattet.

Also wiederum die Ministerin und deren Partei, die im Falle der GdL das Streikrecht einschränken wollen und somit, wie die Nachdenkseiten treffend schrieben, „wirklich den Noske, also den Bluthund für die Interessen der herrschenden Eliten machen“.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann verkündete auch gleich in populistischer Manier: “Die GDL nervt ganz Deutschland”. Oppermann ist also genervt von einem Arbeitskampf für bessere Entlohnung. Viel eindrücklicher kann die SPD eigentlich nicht mehr kommunizieren, dass sie ihren Anspruch auf das „S“ im Parteinahmen längst aufgegeben hat.

Die GdL ist eine der wenigen Gewerkschaften, die sich nicht vom politischen Establishment vereinnahmen lässt. In einer Zeit, in der de facto alle wichtigen politischen Entscheidungen von einer Großen Koalition aus SPD und CDU getroffen werden, die demokratisch kaum kontrolliert werden kann, kommt somit der GdL eine wichtige Rolle zu. Denn es geht bei diesem Arbeitskampf nicht um Einzelinteressen einer „Mini-Gewerkschaft“, sondern um die Frage, ob Gewerkschaften, wie die Deutsche Wirtschafts Nachrichten schreiben, „zu politischen Marionetten degradiert werden sollen“.

Oder um GDL-Chef Weselsky zu zitieren: „Dieses Grundrecht [Tarifverträge für alle Mitglieder auszuhandeln] ist in Gefahr und damit die Funktion von Gewerkschaften an sich.“

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL) ist übrigens die älteste Gewerkschaft in Deutschland. Sie wurde 1919 gegründet, weil die Verfassung der Weimarer Republik auch den Beamten die Koalitionsfreiheit und damit das Streikrecht eingeräumt hatte.

—-

Shared via my feedly reader

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s